Bystander effect - pluralistische Ignoranz, Verantwortungsdiffusion und Co

Dieses Thema im Forum "Tauchgänge" wurde erstellt von Balu, 10. September 2012.

  1. Balu

    Balu Mitglied

    Registriert seit:
    15. August 2011
    Beiträge:
    398
    Punkte für Erfolge:
    18
    mal so als Frage, weil weil äh, ich bin immer noch sehr negativ überrascht irgendwie obwohl ich das Phänomen durchaus aus der Theorie kenne, es dann mitzuerleben is nochmal was anderes, schon heftig
    deshalb mal die Frage an euch bei folgender Situation: Taucherin schießt an Oberfläche, schreit und weint, würdet ihr da denn mal nachfragen/gucken, auch wenn wenige Sekunden danach der buddy kommt oder verkenn ich es komplett und es ist "normal" so..
     
  2. espo

    espo Neues Mitglied

    Registriert seit:
    24. Juli 2012
    Beiträge:
    24
    Punkte für Erfolge:
    0
    Ich würde aufjedenfall hin, unabhänging ob der Buddy kurz darauf auch an der Oberfläche erscheint. Ich kann mich immer noch zurück ziehen wenn ich merke der Buddy hat dannach alles unter Kontrolle.
    Falls dieser auch unter Schock steht denke ich ist es nicht verkehrt dort zu sein um zu helfen ... Ich hoffe ich hab deine Frage nun richtig verstanden :).

    Gruss
     
  3. perfecttime

    perfecttime Mitglied

    Registriert seit:
    2. September 2011
    Beiträge:
    644
    Punkte für Erfolge:
    16
    Als "normal" würde ich persönlich das nicht sehen, habe auch noch nie so etwas erleben müssen *dreimalaufholzklopf* nachfragen und gucken würde ich auf jeden Fall. Natürlich mit einer gewissen Vorsicht/ Abstand.
     
  4. Balu

    Balu Mitglied

    Registriert seit:
    15. August 2011
    Beiträge:
    398
    Punkte für Erfolge:
    18
    ja, denke du hast mich richtig verstanden, sry, vllt. war es auch nicht klar, ich war der buddy der nach ein paar Sekunden hochkam da ich sie loslassen musste, hab sie halt beobachtet ob sie ihr BCD aufbläst etc. und kam dann nach wenigen Sekunden nach
    merkte halt, dass von den mind. vier anwesenden Tauchern kein einziger reagierte, ok, Jacket dann aufgeblasen und ich bekam sie auch so langsam beruhigt und war ja selbst noch recht fit, aber irgendwie, was wenn dem nicht so gewesen wäre.. klar wenn wenn..
    ok, is ja schon mal gut, dass nicht alle so zu sein scheinen wie an dem Tag
    trotzdem hat das schon in mir was geändert..
     
  5. dagobert

    dagobert Mitglied

    Registriert seit:
    10. August 2011
    Beiträge:
    1.916
    Punkte für Erfolge:
    48
    Das wichtigste ist doch den Taucher zu beruhigen und da ist es eigentlich sch... egal wer. der der am nächsten dran ist wäre wohl am besten.
    danach den jenigen an land bringen und abklären warum wieso und gut is.
    So wie geschildert gab`s UW schon nen problem heisst also der Buddy ist in der pflicht mit auf zu steigen kontrolliert bzw. versuchen UW zu beruhigen und dann gemeinschaftlich kontrolliert auf zu steigen. da man aber selber nicht anwesend war kann man nur vermuten. das warum wieso bleibt ja hier erstmal offen.
     
  6. habakuktib

    habakuktib Super Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    19. Juni 2011
    Beiträge:
    873
    Punkte für Erfolge:
    28
    Natürlich sollte man/frau wenn ein TaucherIn alleine auftaucht schreit und weint, sich nähern und höflich fragen ob er helfen kann.
    Das ganze sollte natürlich ruhig und ohne übertriebene Hektik erfolgen. Wenn wirklich Hilfe von Nöten ist und mehrere Helfer anwesend sind können auch Aufgaben verteilt werden! (einer oder zwei können schon vorraus an Land schwimmen, Rettungskette in Gang bringen, Rettungskräfte einweisen, etc...)

    Es kann auch für "richtige" Opfer ziemlich nervtötend sein, wenn sich ein halbes Dutzend Helfer auf den verunglückten Taucher stürzen und alle rufen dass sie Rettungsschwimmer wären. Und unter Abgabe von mehr oder weniger qualifizierte Kommentare an einem Rummfummeln. Ist mir zumindest so ergangen als ich einmal am Einstieg schwer gestürzt bin und mit einer blutende Kopfverletzung am Wasserrand lag. Da schrie ich dann nach meiner Frau damit sie die Helfer davon scheuchen sollte, die mit Servietten meine Kopfwunde abtupften und dann die Servietten ins Wasser schmissen, denen ich erstaunt hinterher blickte "Hurra! Er kann seinen Kopf bewegen, es geht ihm wieder besser!" ...

    Der Kursleiter meines Ersthelfer-Lehrgangs meinte besonders nervige "Helfer" sollte man zum Ordnungsdienst machen! Dann hätte man ein Problem weniger!

    Meist sind aber Probleme nicht klar ersichtlich und die Opfer die eventuell um ihr Leben kämpfen (oder dies glauben) nicht in der Lage auf sich aufmerksam zu machen. Man sollte seine Umgebung und Tauchgruppenmitglieder schon ein bißchen beobachten. Z.B. jemand der obwohl keine Strömung vorhanden, kräftig in Seepferdchenstellung am Strampeln ist, kann auch gefährlich überbleit oder den Inflator nicht gefunden, und bald am Rande seiner Kräfte sein.

    Ertrinkende haben häufig in ihrem Überlebenskampf keine Gelegenheit oder Luft um nach Hilfe zu schreien. Ertrinken geht erstaunlich schnell und leise!
     
  7. Ralf Richter

    Ralf Richter divePIT Chefredakteur Mitarbeiter

    Registriert seit:
    20. Februar 2011
    Beiträge:
    1.257
    Punkte für Erfolge:
    58
    Okay - jetzt haben wir also alle mal was zum "wie geht eine Rettung" geschrieben und gelesen.
    Die Frage geht wohl eher in die Richtung: wie hättest Du Dich verhalten.

    Mit scheint als wenn Balu die Rescue Theorie kennt und hat sich wohl über das besondere desinteresse der anderen Taucher gewundert.
    Und das kann ich mehr als gut verstehen.

    Ein Buddy ist nie in irgendeiner Pflicht, zumindest nicht so, wie hier geschrieben. Er hat zuerst einmal zu schauen, ob er sich selbst gefährdet, bevor irgend etwas anderes in Frage kommt, lieber Dagobert. Bringst Du Dich selbst in Not mit einem überhasteten Aufstieg, kannst Du niemandem mehr helfen. Das wäre mir noch wichtig zu sagen, und soll keinen Anlass zur weiteren Diskusion in diesem Punkt geben.

    Ich wäre auch auf den schreienden und weinenden Taucher zugekommen und hätte Ihn/Sie angesprochen und ggf den Auftrieb hergestellt. Das tut ja niemandem weh.
     
  8. Ralf Richter

    Ralf Richter divePIT Chefredakteur Mitarbeiter

    Registriert seit:
    20. Februar 2011
    Beiträge:
    1.257
    Punkte für Erfolge:
    58
  9. Balu

    Balu Mitglied

    Registriert seit:
    15. August 2011
    Beiträge:
    398
    Punkte für Erfolge:
    18
    jep, dass meinte ich, is schon echt krass diesen Effekt so real zu sehen obwohl ich ihn aus der Theorie zur Genüge kenne
    klar kann auch zu viel "gut gemeintes" nervig sein, aber gar keiner war dann doch, öhm, erschreckend..

    zum Hergang: Panik kam innerhalb weniger Sekunden ohne Vorwarnung, Atemregler zog Wasser, Wechsel zum anderen Atemregler, das Gleiche, dann extreme Panik, keine Reaktion mehr auf mich nur um sich treten und hochschießen, buddy sagte mir danach einziger Gedanke war "Oberfläche"; ich ging natürlich mit hoch und ließ Sicherheitsstop aus um gleich helfen zu können, aber als ich keine Chance sah buddy zu stoppen o.Ä. bremste ich etwas die Geschwindigkeit auch da mir schwindelig wurde und ich ja dann oben gut helfen wollte, unsere beiden Computer "tickten schon aus", ich achtete nur gut drauf dass buddys Jacket an Oberfläche aufgeblasen und kam dann wenige Sekunden danach hoch um weiteres zu checken
     
  10. habakuktib

    habakuktib Super Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    19. Juni 2011
    Beiträge:
    873
    Punkte für Erfolge:
    28
    Gott sei Dank ist dies doch ohne gesundheitliche Schäden für euch beide abgelaufen.
    Und Du hast so wie es sich anhört alles notwendige Unternommen!


    Aber dies Phänomen ist doch von z.B. Verkehrsunfällen seit Jahren bekannt...!
    Man hat doch mal Unfälle nachgestellt und nachher die Vorbeifahrende befragt was die sich so gedacht hätten. Die sind alle davon ausgegangen dass doch das nachfolgende Fahrzeug halten oder retten würde. Und fühlten sich eigentlich nicht besonders zur Hilfe verpflichtet!

    Wahrscheinlich wenn nur ein Taucher im Wasser gewesen wäre, hätte er sofort geholfen!

    Wie oben erzählt ich persönlich hatte mal zuviele Retter! War übrigens auf Gozo, also Malta gewesen. Der Krankenhausarzt war auch schon voll informiert, als wir im privaten Wagen vorfuhren .... Vielleicht eine andere Mentalität auf einer klienen Insel!?

    Aber beide Atemregler zogen Wasser ...? Merkwürdiger Zufall!??
     
  11. Balu

    Balu Mitglied

    Registriert seit:
    15. August 2011
    Beiträge:
    398
    Punkte für Erfolge:
    18
    den einen dann falsch rum drin, beim anderen wissen wir es noch nicht, werden das genau checken
     
  12. dagobert

    dagobert Mitglied

    Registriert seit:
    10. August 2011
    Beiträge:
    1.916
    Punkte für Erfolge:
    48
    was war falschrum drin der regler oder die membran ???
     
  13. Balu

    Balu Mitglied

    Registriert seit:
    15. August 2011
    Beiträge:
    398
    Punkte für Erfolge:
    18
    der Regler
     
  14. habakuktib

    habakuktib Super Moderator Mitarbeiter

    Registriert seit:
    19. Juni 2011
    Beiträge:
    873
    Punkte für Erfolge:
    28
    Den Regler falsch herum, also mit den Blasenabweiser nach oben, wurde mir mal in der Anfängerausbildung bei einer Übung, von meinem Buddy bei der Wechselatmung gereicht. Ist ein "unvergessliches" Erlebnis, wenn man statt der erwarteten Luft ein Schwall Wasser in den Mund bekommt. War zum Glück nur im Springerbecken, im See auf 15-20m hätte dies ganz schön haarig werden können!

    apropos Membrane und Wasser ziehend.
    Bei einem Tauchgang in den Niederlanden zog mein damaliger Mares Atemregler auch mal am Anfang des Tauchgangs fürchterlich Wasser. Es lag daran das die Membran der 2.Stufe an einer Seite umgeknickt war. An der Oberfläche war dies beim Anatmen nicht aufgefallen! Warum die Membrane umgeknickt war konnten wir uns auch später nicht erklären, ein freundlicher niederländischer Mitarbeiter des Grevelinger Duikzentrum konnten sie aber ohne Probleme wieder richtig einlegen.
     
  15. Balu

    Balu Mitglied

    Registriert seit:
    15. August 2011
    Beiträge:
    398
    Punkte für Erfolge:
    18
    tja richtig reichen ging ja leider nimmer, war plötzlich so "gepflückt" und das leider falsch rum
    beim anderen Regler wissen wir es noch nicht genau was es war, evtl. sowas wie du beschreibst oder das Mundstück schließt nicht ganz ab o.Ä., werden wir genau checken (lassen)
     
  16. ZeusFaber

    ZeusFaber Neues Mitglied

    Registriert seit:
    3. Juli 2012
    Beiträge:
    98
    Punkte für Erfolge:
    6
    Das hatte ich bei meinen Mares auch schon 2x. Erklären kann ich mir das nicht. Ein befreundeter TL meint das es beim springen vom Boot vorkommt das die Membran beim Mares knickt, jedoch beim zweiten mal wo ich das hatte waren es Tauchgänge vom Ufer. Kam durch den kleinen Knick auch nur minimal Wasser, aber da ich gleich wußte was los ist habe ich den flach geplanten Tauchgang mit dem Oktopus normal zu Ende geführt.
     
  17. Aquana

    Aquana Mitglied

    Registriert seit:
    29. November 2011
    Beiträge:
    494
    Punkte für Erfolge:
    28
    Das mit der Membran kann man glaubich einfach an der Oberfläche checken, indem man vor dem Aufdrehen der Flasche mal Luft zieht- Dann sollte man keine Luft bekommen, sonst ist die Membrane gerissen (hat man mir zumindest beim AOWD so erklärt). Gut, wenn das erst beim Reinspringen ins Wasser passiert kann man wohl nichts machen.
    Ich habe auch die Angewohnheit, mich beim Tauchen in alle (un)möglichen Richtungen zu drehen (mit zwei Kopfhauben ist der Hals so unbeweglich...), wobei mein Regler eigentlich immer ein wenig Wasser zieht. War anfangs ungewohnt, man gewöhnt sich aber schnell dran. Hoffe, dass mich sowas in einer panischen Situation nicht verunsichern würde.
     
  18. dagobert

    dagobert Mitglied

    Registriert seit:
    10. August 2011
    Beiträge:
    1.916
    Punkte für Erfolge:
    48
    man kann den Regler auch UW anatmen also wo man stehen kann kopf ins wasser und anatmen wenn die membran um geschlagen ist, dann ziehts da Wasser. ohne Druck lässt sich der Regler auf Dichtigkeit prüfen in so fern als das man ja bei geschlossenem System schmale backen macht kommt hin gegen luft ist was foul. aber die 100% sicherheit hat man wohl niemals man kann nur versuchen das risiko zu minimieren.
     
  19. mergus

    mergus Neues Mitglied

    Registriert seit:
    21. Januar 2012
    Beiträge:
    28
    Punkte für Erfolge:
    0
    Bei unseren TG ist es üblich, auf ca. 3 Meter zu warten, bis die Gruppe vollständig ist.
    Dabei hat man die Möglichkeit, alles nochmal zu prüfen (Regler, Tarierung,...)
    Wenn alles OK ist wird der TG gestartet.
    TL / DM gehen als Erste
     
  20. Andreas

    Andreas Mitglied

    Registriert seit:
    1. April 2011
    Beiträge:
    208
    Punkte für Erfolge:
    18
    Aber leider Spiegelt das immer mehr unsere Gesellschaft erst mal ich und was mit dem anderen ist is mir doch Egal.Es gab schon Tests wo Verunfallte Sichtlich am Straßenrand lagen und keiner hat angehalten um zu Helfen.Da kann man in der Heutigen Zeit nur hoffen das nicht alle so denken wenn man selber mal in Schwierigkeiten kommt.Wobei ich eigendlich gedacht habe das wir Taucher sowieso aus einem andern Holz geschnitzt sind und uns schon vorher mal mit Notsituationen beschäftigt haben.
    Das zeigt wieder das man sich die Leute um einen Herum dann doch genauer an schauen sollte.

    Es geht nichts über verlässliche Buddys und damit meine ich nicht nur den mit dem ich gerade Tauchen bin.Ich sehe persöhnlich alle Taucher als Buddys im meinem Hobby.Und wenn es nur zum Klön Schnack ist oder kleine Hilfestellungen sind.

    Bis denne meine Buddys:)
     

Diese Seite empfehlen