Wieviel Erfahrung braucht man vor dem Trocki-Kurs?

Dieses Thema im Forum "Tauchausbildung" wurde erstellt von freezyundead, 26. Februar 2014.

  1. freezyundead

    freezyundead Neues Mitglied

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    Eine Freundin und ihr Partner haben letztes Jahr den OWD gemacht und wurden gleich vom Tauchvirus ergriffen :D Da der grüne See von uns aus gut erreichbar ist, hat sie sich in Richtung Trocki-Kurs informiert und prompt einen Kompaktkurs mit einem Tag tauchen gefunden.

    Ich find die Idee prinzipiell cool, bin aber skeptisch ob das bei unserem Ausbildungsstand Sinn macht. Meine Partnerin und ich je ein Dutzend geloggte TGs, die beiden je nur den OWD. Das kommt mir eigentlich zu wenig vor, ich find man sollte mal mit Nasstauchen halbwegs zurande kommen, bevor man sich noch mehr Dinge, an denen man drehen kann, zulegt :confused: Darüber hinaus: ist ein Tag Praxis nicht etwas wenig?

    Was sagt ihr? Wie lange habt ihr getaucht bevor ihr mit Trocki angefangen habt (falls ihr trockentaucht)? Und wie zum Teufel red ich ihr das aus?? :D
     
  2. hosch

    hosch Neues Mitglied

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    Ich glaube der VDST gibt für seinen SK Trockentauchen 40 TG als zwingend notwendig vor. Aber lt. deren Statuten stirbt man auch spontan, sobald man alleine im Wasser ist...

    Meine Freundin macht aktuell ihren CMAS *, als quasi ODW, und hat schon im Divers bei 22 Grad, nach ner Stunde, gefroren. Daher macht sie jetzt ihren * / OWD direkt in Trockie. Sind halt ein oder zwei Tauchgänge mehr. In den skandinavischen Ländern ist es wohl Gang und Gäbe schon die Beginner Kurse im Trockie zu beginnen.

    Ausreden ist also, meiner Ansicht nach, nicht notwendig. Andere halten selbst ein Trockie Brevet für überflüssig. Basen und Versicherung sehen das aber gerne mal anders.
    Der Kosmos Verlag bietet ein schönes Buch zum Thema für 9,XX an. Und unterm Strich ist es, selbst mit Brevet, beim Trockie so, wie immer beim Tauchen, vergleichbar mit dem Führerschein. Nach dem Kurs hat man eine ungefähre Ahnung wie es funktioniert und kann damit beginnen es zu üben.


    Unterm Strich ist der Trockie ja "nur" ein konstanvolumen Anzug und ggf. Notfall Auftriebmittel. Tarierung sollte, gerade am Anfang, weiterhin nur übers Jacket / Wing erfolgen.

    In so fern, wieso nicht?
     
  3. Spiczek

    Spiczek Mitglied

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    Eine Ausbildung im Trocki ist in unseren Breiten teilweise sehr unrentabel, da die Tauchschule viele Trockis vorhalten muss. Neopren, Crushed Neopren, Trilaminat. Dazu noch unterschiedliche Größen für jede Variante. Diese Unkosten machen die sich nicht, wenn es auch anders geht. Schliesslich will der geneigte Tauchneuling ja nicht Unsummen bezahlen für ein Plastekärtchen.


    Sollte man aber wie deine Freundin einen Trocki zur Verfügung haben, dann sofort! Mein Tauchlehrer erzählte mir neulich, dass er hier auch geplant hatte, von Anfang an die Ausbildung nur im Trocki zu machen, hat das aus oben genannten Gründen jedoch leider verwerfen müssen!

    Trockitauchen ist kein Hexenwerk und auch beim VDST von Anfang an möglich. Selbst in den kalten Gefilden wird es weniger begabte Tauchanfänger geben. Sollen die deshalb im Nassanzug ins 5°C kalte Wasser springen?
    PADI gibt für eine OWD Ausbildung im Trocki nur vor, dass der Schüler im Pool genau mit der Materie vertraut gemacht wird, bevor es ins Freiwasser geht.

    @ hosch - Verbandsbashing kannste mal lassen hier, dafür kannste ins blaue Forum gehen - Außerdem ist deine Aussage mit der Tarierung nicht ganz eindeutig und korrekt so! Da du in den Anzug immer Luft reinlassen musst, weil es irgendwann mal kneift bzw. rauslassen musst, weil du sonst das Michelinmännchen machst, tarierst du automatisch mit dem Anzug. Sicherlich kannst du noch das Jacket benutzen, jedoch ist das wohl eher unnütz, weil kein Bedarf besteht bzw. bestehen sollte. Da kommen wir wieder zur verlängerten/ intensieveren Ausbildung für den Trocki vorher.

    Grüße
     
  4. dagobert

    dagobert Mitglied

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    Wie schon gesagt spricht doch nix dagegen auch mit wenigen TG im Trocki zu tauchen. wurde ja auch schon erwähnt das in den Skandinavischen ländern mit trocki gelehrt wird, muss wohl daran liegen das die nicht wirklich bock haben bei 4-5 Grad wassertemp. sich den hintern abzufrieren :) bzw. sind unterkühlungen bei den Temperaturen im HT schon fast vorprogrammiert braucht kein mensch.
    und normaler weise tariert man nicht über den trocki dakommt soviel luft rein das er nicht kneift und gut is. der wird höchstens beim versagen des jackets als redunantessystem verwendet. weil aus dem trocki kriegt man die luft nie so schnell raus wie aus einem jacket.
    Ich hab auch nicht viel zu schrauben daran weil ich immer mit offenem auslassventil tauche soviel luft rein das es nicht kneift und gut is. zum kurs teilweise wird der einem gesponsert sobald man sich einen trocki zulegt also kann man ihn ja mit nehmen weil ist eh bezahlt.
    klar nach 2-3std. theorie und 2TG ist man dann noch lange nicht der trocki taucher dazu brauch es übung.
    Ist also wie mit allen kursen man bekommt ein grundwissen und muss auf diesem durch üben und erfahrung aufbauen. ich hab mit ca 80-100TG das trocken tauchen angefangen war aber ne geldfrage wäre das nicht gewesen hätte ich früher damit gestartet.

    PS.: tauchbasen bieten auch gerne mal trockievents an wo man verschiedene typen und Hersteller testen kann macht euch da doch bei eurer basis mal schlau. so kann man einges probieren und einwenig in die materie rein kommen.
     
  5. hosch

    hosch Neues Mitglied

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    Bisschen empfindlich, Spiczek? Oder reagierst Du bei Sarkasmus immer so?

    Im übrigen steht in http://www.vdst.de/uploads/media/VDST-SK_Ordnung_2014.pdf auf Seite 21 zum SK Trockentauchen.


    Und, dass der Trockie die Tarierung beeinflusst hat nichts damit zu tun, dass man ihn nicht als Tarierungsmittel einsetzen sollte. Aber Haarspaltereien bringen den TO kaum weiter...


    Unterm Strich bleibt also, dass es dagegen frühest möglich den Trockie zu machen, keine guten Argumente gibt. Denn gleich wie gut und warm der HT ist, bleibt das umziehen bei winterlichen Temperaturen einfach sau kalt! Und wer weiß, ob der Winter sich nicht doch noch mal blicken lässt...
     
  6. Spiczek

    Spiczek Mitglied

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    Nein eher nicht! Dein zweiter Satz klang aber in diese Richtung. Habe den Sarkasmus dabei nicht entdeckt und wohl überreagiert.

    Grüße
     
  7. Aquana

    Aquana Mitglied

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    Im allgemeinen Stimme ich euch zu: Trockentauchen ist kein Hexenwerk, auch Anfänger können es problemlos lernen. Die Betonung liegt aber auf lernen. Bevor man sich damit in die Tiefe schmeißt sollte man schon mal ein paar Sachen geübt haben und besonders als Anfänger würde ich dann die auch die nächsten TGs erst mal mit Leuten machen, die sich damit auskennen. Zuerst mal die Grundfertigkeiten lernen und dann mit "einfachen" Tauchgängen anfangen, dann hat man das recht schnell drauf :) Nur es ist so wie bei vielen Dingen die das Tauchen angehen: Erstmal Grundlagen erlernen, dann Erfahrung sammeln. Für das Tauchen mit einem anderen Anzug braucht man übrigens auch nicht obligatorisch ein Plastikkärtchen, nur jemanden, der es einem beibringen kann.

    Ich hatte einmal den Spaß, jemandem mangels Alternativen Unterwasser (nachts mit Handschuhen und bei leichter Strömung, yay ;) ) mein Fußblei anhängen zu dürfen, nachdem wir ihn aus seiner Handstandsposition befreit hatten- das brauche ich nicht wieder. Sowas passiert ja nicht, wenn man die Sache richtig angeht - also tu dir und deinen Tauchpartnern den gefallen und mach sie vorher darauf aufmerksam, dass Trockentauchen für dich ungewohnt ist. Es wird auch wahrscheinlich nicht lange dauern, bis das nicht mehr der Fall ist^^
     
  8. Praetonius

    Praetonius Mitglied

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    Ich finde es grundsätzlich ok, wenn man gleich beim OWD mit dem Trockentauchen starten. Aber es kommt auch immer auf den "Schüler" an. Ich hatte genug Schüler, die sind am Anfang einfach froh, dass sie ihre Ausrüstung richtig kennen und bedienen lernen und an sich mit dem Tauchen gut klar kommen. Ein weiteres "Bedienelement" wäre hier am Anfang einfach too much gewesen. Das hätte die vollkommen rausgebracht.

    Wenn jemand umsteigt auf Trockentauchen sollte er zumindest den Rest der Ausrüstung intuitiv bedienen können. Alles andere wäre ein potenzielle Risiko.

    Wie schon gesagt wurde, einen Schein braucht man dafür nicht unbedingt. Ich selber habe zwar ein Brevet, aber ich bin schon lange davor trocken getaucht. Wichtig ist wirklich ein Erfahrener, der einem alles in Ruhe beibringt und die entsprechenden Übungen mit einem durchgeht.


    Ach ja: Beim Ein- und Auslassen von Luft in/aus dem Anzug von Tarieren zu sprechen, finde ich doch auch etwas viel. ;-)
     
  9. dagobert

    dagobert Mitglied

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    hmm, das die anwäter nen gewisses unbehagen beim trocki haben liegt wohl auch daran das man nicht von anfang an mit selbigem tauchen geht, denke nicht das es unbedingt schüler abhängig ist. hier ist trocki tauchen immer irgendwie was besonderes. in nordischenländer ist der drot so selbstverständlich wie hier der 7mm HT.

    nun ja wie will man es nenen wenn ein taucher nur luft in den trocki packt und nicht ins jacket würde sagen ist wohl tarieren und von der sorte gibt es einige. halte die aktion nur nicht für sehr clever.
     
  10. Praetonius

    Praetonius Mitglied

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    Das war auf den oben angesprochenen Druckausgleich im Anzug bezogen. Wenn es nur darum geht, dann ist das definitiv kein Tarieren im eigentlichen Sinne ;)

    Wenn das auf meinen Post bezogen war: Nein, hier geht es nicht um Unbehagen, sondern um taucherisches Können. Und es ist neben dem selbstverständlich anderen Gefühl (Trocki vs. HT oder Nass) natürlich auch immer abhängig von der Person selber. Manche lernen schneller, manche langsamer, manche kommen mit der Situation unterwasser oder mit dem Handling der Ausrüstung besser zu recht als andere. Das ist individuell und von Tauchschüler zu Tauchschüler ganz unterschiedlich.
     
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 28. Februar 2014

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