Wrack aus der Zeit des Römischen Reich entdeckt

Dieses Thema im Forum "News" wurde erstellt von Ralf Richter, 2. Februar 2017.

  1. Ralf Richter

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    _JCH9383.jpg Während der Durchführung von Umweltaufgaben in den Gewässern des Nationalparks Cabrera, wurde durch Zufall eine Ansammlung römischer Amphoren gefunden in einer Tiefe knapp über 70 Meter.
    Die Entdecker wandten sich an die Unterwasserarchäologen Javier Rodriguez und Sebastian Munar Pandozi, Mitglieder des Balearischen Institut für Maritime Archäologie (IBEAM).
    Mit einem Kamera-ROV wurde der Fund zunächst per Video überprüft. Schnell bestätigte sich, dass es sich um ein Wrack des römischen Reich handelt. Das Wrack ist von großem wissenschaftlichen Interesse aufgrund des ausgezeichneten Erhaltungszustand der archäologischen Überreste.
    Die beiden Archäologen meldeten Ihre Ergebnisse sofort an die Abteilung für Denkmalschutz des Consell de Mallorca.
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    Auf Antrag des Archäologischen Dienstes des Consell de Mallorca wurden die Archäologen Munar und Sebastian Javier Rodriguez Pandozi (IBEAM) beauftragt umgehend den Fund zu dokumentieren und den Erhaltungszustand der archäologischen Überreste zu beurteilen. Das Wrack ist einem hohen Risiko der Plünderung ausgesetzt, weshalb Sofortmaßnahmen zum Schutz notwendig waren.
    Dieses Projekt wurde gemeinsam von der-Abteilung für Denkmalschutz des Rates vom Mallorca und dem Nationalpark PARC NACIONAL MARITIMO-TERRESTRE DE L’ARXIPÈLAG DE CABRERA finanziert.
    Die archäologischen Ausgrabungen fanden zwischen 18. und 19. Oktober 2016 statt. Das Team bestand aus drei Unterwasserarchäologen Sebastian Munar, Pandozi Javier Rodríguez und Enrique Aragón, zwei technischen Tauchern Jordi und Jose Maria Chias und Jaume Ferrer von ONA I MAR, der eine Muster-Amphore anfertigte. Unterstützt wurde das Projekt von den Unternehmen TRANSMEDITERRANEA und der Tauchschule ISURUS.
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    Um die Arbeiten auszuführen wurden drei technische Tauchgänge mit geschlossenem Kreislaufgerät (CCR) durchgeführt, wodurch die Grundzeit um 40 Minuten erhöht werden konnte. Dies war das erste Mal in Spanien, das bei Unterwasserarchäologie-Arbeiten diese Technik in diesen Tiefen zum Einsatz kam.
    Bei der Expedition standen die Analyse und die Erfassung des Erhaltungszustands der archäologischen Überreste im Vordergrund. Gleichzeitig wurde das gesamte Areal mit 2000 hochauflösenden Bildern erfasst um damit eine erste allgemeine Vermessung des Wracks zu ermöglichen. Die Photogrammetrische Verarbeitung wurde von dem japanischen Archäologen Dr. Kotaro Yamafune durchgeführt.
    Die Archäologische Forschung deutet auf ein Boot, das in der Zeit des Römischen Reichs um das III-IV Jahrhundert n.Chr gesunken ist und nun in ca. 70m Tiefe auf einem sandigen Grund ruht. Während der Erkundungstauchgänge wurde die Ladung von 1000-2000 Amphoren, die sich wie ein Hügel am Wrack auftürmen mit einer Länge von 15 Meter und einer Breite von 10 Meter, untersucht. Man konnte Amphoren aus Nordafrika und dem Süden der Iberischen Halbinsel identifizieren, mit denen Fischsoße transportiert wurde.
    Im Moment ist es noch zu früh auf eine Handelsroute zu schließen oder auf die möglichen Ursachen des Schiffbruchs.
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    Der Erhaltungszustand des Wracks ist außergewöhnlich, weil es immer noch einen großen Teil der Ladung in seiner ursprünglichen Position vorhält. Wahrscheinlich sind auch Reste des Bootes unter dem Hügel von Amphoren. Es ist sicherlich das am besten erhaltene Wrack der Balearen und wahrscheinlich eines der besten im westlichen Mittelmeerraum.
    Trotz der Lage in einem geschützten Bereich des Nationalparks von Cabrera, in einer Tiefe von mehr als 70 Meter wo das Tauchen und Schleppnetzfischen verboten ist, besteht ein hohes Risiko vor Plünderern.
    Maßnahmen zum Schutz und zur Überwachung dieses einzigartigen Funds sowie des Gebiets werden aktuell getroffen
    Mit dieser neuen Entdeckung, genannt Cabrera XIV, gibt es jetzt mehr als ein Dutzend klassischer Wracks in Gewässern des Nationalpark Cabrera.

    Quelle: IBEAM.es
     

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